Eine Reise durch die USA im Jahr 1924

Teil 5:Vom Grand Canyon nach Los Angeles

Gerade mal einen Tag bleiben unsere Reisenden am Grand Canyon und schon geht es weiter. Über Peach Springs geht es auf nunmehr etwas besseren Straßen nach Kingman und nach Oatman.

Bilder entlang der Straße:

Bild 65:

 

Bild 66:

 

USA-Kenner merken es: Hier bewegt man sich auf der späteren Route der berühmten Route 66, die aber als durchgehende Strecke erst 2 Jahre später fertiggestellt wurde.

Durch die Black Mountains geht es weiter

Bild 67:

 

Bild 68:

 

Zu dieser Stelle in den Black Mountains habe ich von mehreren Einsendern Vergleichsfotos bekommen - Danke dafür. Offenbar ist das ein Ort, wo man auch heute noch gerne ein Foto macht. Nach längerem Vergleich scheint mir das folgende Bild von Smartmatze dem Foto unserer Reisenden am nächsten zu kommen:

Bild 68a:

 

Weiter geht es immer die Route 66 entlang nach Oatman, wie dieses Bild im Fotoalbum bezeichnet worden war:

Bild 69:

 

 

Hier war ich mir lange Zeit nicht sicher, ob das überhaupt Oatman ist. Irgendwie passte dieses Bild überhaupt nicht zu heutigen Stadtansichten. Ich hatte dann den Hinweis erhalten, dass die Straße wohl verlegt worden sei und deswegen es durchaus Oatman sei. Dank Thomas, der mir das folgende Vergleichsfoto geschickt hat, bin ich aber nun doch schlauer geworden. Es ist nicht Oatman, sondern eine ehemalige Goldmine, die Goldroad Mine, etwa 2,5 Meilen östlich von Oatman. Der Bildvergleich zeigt, dass 1924 hier noch eine richtige Stadt existierte, wo heute noch 2-3 Gewerbeschuppen stehen. Das dürfte auch erklären, warum das 1924er-Bild eben mit Oatman bezeichnet war.

Bild 69a:

 

Man erreicht erneut den Colorado und damit die Grenze nach California.

Bild 70:

Ein Vergleichsfoto von der Stelle - danke an Thomas:

Bild 70a:

 

Den südlicher gelegenen Lake Havasu gibt es noch nicht, er wird erst in den 30er Jahren aufgestaut. Bei Topock spannt sich seit 1916 die Trails Arch Bridge – hier nur schwach erkennbar - über den Fluss. Die Brücke gibt es heute noch, der Autoverkehr läuft aber inzwischen über eine benachbarte - größere - Brücke.

Bild 71:

 

Unsere Reisenden betreten damit kalifornischen Boden.
Wer sich ggf. fragt, warum sie nicht etwas nördlich über Las Vegas gefahren sind: Warum sollten sie? In den 20er Jahren war Las Vegas ein unwesentliches Wüstenkaff, dessen einziger Vorteil eine Bahnstation war. Erst durch die Freigabe des Glücksspiels und den Bau der ersten Hotels in den 30er Jahren wurde Las Vegas zu einer Stadt, die Touristen anziehen würde. Als unsere Reisenden vorbeikamen, dürfte es kaum mehr als 2.500 Einwohner gehabt haben.

Die Straßen sind jetzt wieder sehr gut.

Bild 72:

Über Barstow geht es durch die Mojave Wüste nach Upland. Man beachte bitte, dass die Straße hier offenbar betoniert ist, d.h. man hat vor Ort Betonplatten gegossen. Dieses Verfahren war in den Anfangszeiten des amerikanischen Straßenbaus sehr beliebt und wurde u.a. bei der Route 66 angewendet.

Bild 73

„Einsame Gegend bei Coyote“ ist diess Bild beschrieben:

Bild 74:

 

Hier hatte ich zunächst geschrieben: "Es muss wohl wirklich sehr einsam gewesen sein, denn einen Ort Coyote findet man heutzutage auf keiner Karte mehr. " Tatsächlich hatte ich längere Zeit vergeblich nach diesem Ort gesucht. Dank AZCowboy hat sich auch diese Frage geklärt. Es dürfte sich hierbei um die heutige Geisterstadt Coyote Lake, ein ehemaliges Wells Fargo Depot, am gleichnamigen (Dry) Coyote Lake handeln. Und die lag in der Nähe von Barstow.

 

Am 18. September – fünf Wochen nach ihrer Abfahrt in Detroit – sind sie in Los Angeles, wo verständlicherweise ein Bild mit Palmen entstehen muss.

Bild 75:

Los Angeles ist zu dieser Zeit schon eine wirkliche Großstadt mit gut 600.000 Einwohnern, 5.700 Fabriken und dem zweitgrößten Hafen der USA. Durch diesen Hafen, die Entdeckung von sehr reichen Ölvorkommen und auch aufgrund der Filmindustrie (Hollywood!) erlebte L.A. einen gewaltigen Aufschwung in dieser Zeit. Wenn man bedenkt, dass noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in dieser Gegend nur ein paar verstreute, armselige Dörfchen waren, kann man in etwa erahnen, welche Entwicklung der amerikanische Westen in wenigen Jahrzehnten genommen hat.

 

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