Eine Reise in den Südwesten im Jahr 1940
Teil 4: Vom Grand Canyon nach Las Vegas
Vom Grand Canyon fahren unsere Reisenden in Richtung Bryce Canyon. Allerdings nicht über die heute übliche Strecke Page - Kanab. Denn der Glen Canyon Dam wurde erst in den 50er Jahren gebaut und Page entstand erst mit seinem Bau. Vielmehr ging die Route über den damaligen Highway 89 vom Grand Canyon über Cameron, die Navajo Bridge, Jacob Lake und Fredonia. (Diese Route ist heute der Highway 89 Alt , während der heutige Highway 89 dann mit dem Bau des Glen Canyon Dam nördlich angelegt wurde).
Den Bryce Canyon erreichen sie am 09. Juli 1940

und bezahlen einen Dollar Eintritt anscheinend für Bryce Canyon, Zion und Cedar Breaks zusammen. Sie übernachten in einer Deluxe Cabin der Bryce Canyon Lodge.

Die Lodge war Mitte der 20er Jahre errichtet worden, die Cabins erst 1929 (und stehen noch heute).
Vom Bryce Canyon geht es weiter zum Zion National Park. Dabei passiert man den Mount Carmel Tunnel (hier im Bild die obere Einfahrt),

der Ende der 20er Jahre gebaut worden war, um eben den direkten Zugang vom Bryce zum Zion zu ermöglichen. Als der Tunnel am 4. Juli 1930 also fast genau 10 Jahre vor der Fahrt unserer Reisenden eröffnet wurde, war er mit 1,1 Meilen der längste Tunnel der USA. Übrigens ist er die ganzen Jahre unverändert geblieben.
Einen Unterschied gibt es aber doch. Damals hielten unsere Reisenden an einem großen offenen Bereich im Tunnel an, von dem man aufs Zion-Tal schauen kann.

Heute ist das Anhalten hier wegen des stark gestiegenen Verkehrsaufkommens streng verboten. Wie man auch in 90er Jahren die Durchfahrt für größere Fahrzeuge beschränken musste, um die Verkehrssicherheit weiter zu gewährleisten.
Unsere Reisenden besuchen natürlich das eigentliche Zion-Tal

und strecken ihre Füße auch in den Virgin River (endlich wird mal gelacht).

Übernachtet wird wieder in einer Cabin.

Allerdings wohl nicht im eigentlichen Zion-Tal, der Hintergrund scheint mir hier nicht zu passen. Die Tour geht genauso weiter, wie man sie heute auch fahren würde nach Las Vegas.
Las Vegas war inzwischen auf dem Weg vom uninteressanten Eisenbahnhaltepunkt zur Touristenattraktion. Hierfür sorgten zwei zeitgleiche Ereignisse im Jahr 1931: der Beginn des Bau des Hoover-Staudamms und die Legalisierung des Glücksspiels in Nevada. Der Hoover-Damm brachte nicht nur Wasser und Energie, sondern vor allem während seiner Erbauung Tausende von Arbeitsplätzen. Und was macht man als Arbeiter am Staudammprojekt mitten in der Wüste von Nevada? Genau, man versucht sein Glück beim legalisierten Spielen in Las Vegas (so ein Zufall....).
Der große Boom hatte 1940 aber noch nicht eingesetzt. Dieses sehr schlechte Bild aus einer Werbebroschüre

vermittelt einen Eindruck.
Es gab zwar viele kleinere Kasinos und Hotels, aber erst ab 1946 wurden die wirklich großen Hotels mit integriertem Kasino eröffnet. Las Vegas hat gerade mal 8.400 Einwohner also nicht vergleichbar mit heute (über 550.000). Und die größten Hotels hatten kaum 100 Zimmer.
Unsere Reisenden übernachten im Travelers Auto Court in 1100 Fremont Street.

Ich war sehr gespannt, als im Internet recherchierte. Was würde hier heute stehen? Ich wurde wirklich überrascht. 67 Jahre nach der Übernachtung der Reisenden im Traveler`s Auto Court nach Las Vegas Maßstäben eine Ewigkeit gab es dort immer noch ein Motel. Und zwar fast namensgleich das Traveler`s Motel.
Wenn ich das richtig sehe, hatte sich wohl die Stadt in eine andere Richtung entwickelt, womit dann wohl dieser Bereich zur armen (und damit nicht veränderten) Gegend wurde. Erst in den den letzten Jahren wurde dieser Bereich wohl wieder neu entwickelt. Wenn man sich mal die Bilder auf der Homepage des Motels anschaut, scheint es möglicherweise sogar noch das alte Motelgebäude sein - vergleicht mal die Vordächer an dem Gebäude.
Im nächsten Teil geht
es weiter nach L.A.