Literaturempfehlung: (Antiquarische) Reiseberichte

Hier finden Sie eine Auswahl von Literatur, insbesondere von antiquarischen Reisebeschreibungen. Neben den Daten zum Buch (das Erscheinungsjahr ist jeweils das der mir vorliegenden Auflage) gibt es jeweils eine subjektive Bewertung von mir. Diese enden in einem Gesamturteil, nämlich

- „sehr lesenswert“: besonders gut und interessant geschrieben, besonders zum Kauf empfohlen

- „lesenswert“: kein herausragendes, aber gutes Buch, zum Kauf empfohlen

- „bedingt lesenswert“: Nur bei besonderem Interesse, eher nicht zum Kauf empfohlen

- „nicht lesenswert“: Bücher, die die Welt nicht braucht.

Diese Literatur enthält man, soweit es sich um neue Auflagen handelt, über den Buchhandel oder bei antiquarischen Werken über den Zentralverband der Antiquariate ZVAB (Direktbestellung über www.zvab.de möglich)

Die meiste Literatur besitze ich über Nordamerika, also fangen wir mit den paar anderen Büchern an, die andere Regionen der Welt betreffen:

Weltreise:

Cäcilie von Rodt, Reise einer Schweizerin um die Welt, Bern 1903

In diesem gewaltigen Werk - so groß wie zwei Backsteine, mit über 700 großformatigen Seiten und 500 Abbildungen,.mehrere Kilo schwer – beschreibt die Schweizerin ihre Weltreise ab Mai 1901. Diverse Länder bereist sie dabei mit Zug und Schiff. Diese Masse der Eindrücke ist leider letztlich das Manko des Buches. v. Rodt schreibt zwar nicht uninteressant, verliert sich aber zu sehr an jedem einzelnen Ort ihrer Reise, so dass es schwierig ist, wirklich bis zum Ende durchzuhalten.

Gesamtbewertung: bedingt lesenswert

Clärenore Stinnes, Im Auto durch zwei Welten, Die erste Autofahrt einer Frau um die Welt von 1927 bis 1929, Wien 1996

Der Nachdruck des ursprünglichen Reiseberichts von 1929 beschreibt die abenteuerliche Umrundung der Welt mit einem Auto in den Jahren 1927 bis 1929 durch die deutsche Clärenore Stinnes. Gut zu lesen und lehrreich.

Gesamtbewertung: lesenswert

Afrika:

Gerhard Rohlfs, Quer durch Afrika – Die Erstdurchquerung der Sahara vom Mittelmeer zum Golf von Guinea 1965-1867, Edition Erdmann, 1984:

Der Nachdruck des Originalreiseberichts des deutschen Afrikaforschers Rohlfs liest sich interessant und teilweise spannend. Ich kann mir gut vorstellen, dass Karl May hier einiges abgeschrieben hat.

Gesamtbewertung: lesenswert

 

Nordamerika (insbesondere USA):

Friedrich Gerstäcker, Reisen und Abenteuer in USA, Leipzig, 1850er Jahre

Einer der bekanntesten Reisebeschreibungen über die frühen USA. Gerstäcker reiste als junger Deutscher 1837 in die USA und verbrachte dort einige Jahre auf Jagdreisen im Osten der USA. Später wurde Gerstäcker mit seinen Romanen einer der bekanntesten deutschen Jugendautoren. Karl May hat angeblich viel von ihm kopiert.

Positiv ist zu vermerken, wie präzise Gerstäcker seine Eindrücke und seine Reisen schildert. Er bietet insofern ein sehr gutes Bild des damaligen Amerika. Kaum zu glauben, dass er damals, als er in den „wilden Westen“ wollte, gerade mal die Grenze nach Arkansas überschreiten musste, wo tatsächlich noch weitgehend Urwald war.

Ausgesprochen negativ fällt auf, wie gedankenlos Gerstäcker als passionierter Jäger seine Beutezüge schildert. Insbesondere jede Form von Raubtieren (Wölfe, Bären und Alligatoren) sind für ihn nur „Bestien“ und „Ungeheuer“, die es auszumerzen gilt. Aber auch sonstiges Wild wird gnadenlos abgeschossen. Es ist schon zynisch, wenn Gerstäcker zum Schluss seines Buches moniert, dass sich aus ihm unverständlichen Gründen die Wildbestände in den von ihm besuchten Gebieten drastisch verringert haben.

Letztlich kommt hier die Gedankenwelt zum Ausdruck, die in den USA des 19. und 20. Jahrhunderts so typisch war: alles abschießen, was sich bewegt!

Gesamtbewertung: (aufgrund der präzisen Beschreibungen des amerikanischen Lebens) lesenswert

Wolfgang Langewiesche, Hallo Amerika – Als Werkstudent in den USA, 1933

Wolfgang Langewiesche hat für sich den amerikanischen Traum „Vom Tellerwäscher zum Millionär“ wahr gemacht. 1929 reist er als Student in die USA und studiert dort an der New Yorker Columbia-Universität. Seinen Lebensunterhalt finanziert er mit diversen größeren und kleineren Jobs, u.a. Bedienung in einer Cafeteria, als Hausmeister und als Cowboy(!). Er beschreibt das Leben in den USA, seine Leben und seine Reisen dort ausgesprochen locker und interessant, mit Blick für die Details.

Wolfgang Langewiesche blieb in den USA, wurde dort Collegeprofessor, Flugpionier, Autor von Fachbüchern über die Fliegerei und später Herausgeber von „Reader`s Digest“.

Gesamtbewertung: sehr lesenswert

A.E. Johann:

Es wäre zuviel, hier alle Reisebeschreibungen dieses Autoren aufzuführen. Johann war sicher einer der wichtigsten deutschen Reiseschriftsteller des 20. Jahrhunderts. Seit den 20er Jahren bereiste er immer wieder Nordamerika und verfasste darüber diverse Bücher. Während er sich in seinen ersten Büchern (z.B. „Mit 20 Dollar in den wilden Westen“, 1928) noch mit wenig Geld durchschlagen muss, wurden mit steigendem Erfolg seine Reisen natürlich einfacher. Johanns Bücher sind allesamt interessant, wenn auch von unterschiedlichem Niveau. In einzelnen Büchern wie z.B. „Nach Kanada sollte man reisen“ 1968, neigt Johann zu sehr dazu, in seine Reisebeschreibungen zu viel Hintergrundinformationen zu packen. Ärgerlich ist es, dass Johann während der Nazizeit mit „Das Land ohne Herz“ 1942 eine bittere Abrechnung mit den USA herausbrachte. Auch wenn er darin viel Wahres, so z.B. das katastrophale Sozialsystem der USA, anspricht, verwundert es doch, dass Johann in seinen früheren wie späteren Werken diese Probleme dann wieder großzügig ausklammert.

Gesamtbewertung: lesenswert bis sehr lesenswert

Bruno Dietrich, USA – das heutige Gesicht, Breslau 1926

Dietrich war Professor an der technischen Hochschule Breslau. Und genau so beschreibt er auch die USA, nämlich technisch. Mit vielen Daten und Zahlen und historischen Hintergründen. Es fehlt aber alles, was einen Reisebericht wirklich interessant macht, nämlich das Menschliche.

Gesamtbewertung: nicht lesenswert

Manfred Hausmann, Kleine Liebe zu Amerika – Ein junger Mann schlendert durch die Staaten, Berlin 1938

Hausmann beschreibt seine Reise durch den Osten der USA und nach Kuba im Jahr 1929. Es fällt schwer zu beschreiben, worüber er eigentlich schreibt, denn das Buch liest sich zwar nicht unspannend (wenn auch mit teilweise leicht nervtötendem Stil), aber es bleibt irgendwie wenig von seinem Geplauder hängen. Wesentliche Einblicke in die USA vermag er so jedenfalls nicht zu geben. Daher:

Gesamtbewertung: bedingt lesenswert

Ilja Ehrenburg, In Amerika, Berlin 1948

Klingelt es beim Namen des Autors? Ja, genau, es geht um den Ehrenburg, der mit seinem unerträglichen Aufruf an die Rote Armee 1944, sie mögen nur recht ordentlich Rache am deutschen Volk nehmen, zu Recht traurige Berühmheit erlangt hat.

Ehrenburg beschreibt in diesem Heft (es sind nur 78 Seiten) seine Eindrücke einer USA-Reise im Jahr 1947. Es fällt dabei positiv auf, wie präzise und sachlich er dabei seine Beobachtungen beschreibt. Keineswegs verdammt er das amerikanische System in Grund und Boden, im Gegenteil, vieles lobt er sogar. Ein nicht unwesentlicher Teil seiner Beschreibung dreht sich um die Problematik der Rassendiskriminierung in den USA, die er sehr eindrucksvoll darlegt. Dass der Russe und Stalinist Ehrenburg in seiner Beschreibung letztlich vergisst, dass es auch in der Sowjetunion in großem Umfang Diskriminierungen (und Schlimmeres, man denke nur an die Verfolgungen der Stalinzeit) gab, muss man wohl hinnehmen.

Gesamtbewertung: lesenswert

Gregor Schweitzer, USA Unlimited Mileage, Abgefahrene Episoden einer Reise durch die USA, 2004

Eine recht aktuelle Reisebeschreibung. Und nicht die schlechteste. Schweitzer reist mit einem gekauften (und leider permanent defekten) Wohnmobil ein Jahr kreuz und quer durch die USA. Dabei gelingen ihm sehr interessante Einblicke in die Gesellschaft der USA, gerade auch in die niedrigeren Schichten. Dabei benutzt er zum Teil ungewöhnliche Perspektiven, wenn er z.B. einfach mal alle Verbotsschilder, an denen er während eines Tages vorbeifährt, erfasst. Sehr ärgerlich ist aber teilweise die aggressiv herausgestellte Rechthaberei des Autors, die sich an manchen Stellen des Buches findet. So beklagt er sich allen Ernstes darüber, dass er eines Nachts beim illegalen Parken auf einem fremden Grundstück vom Eigentümer rüde mit Waffengewalt zum Verlassen aufgefordert wird. Wenn man über diese Episoden hinwegliest, bleibt es bei der

Gesamtbewertung: lesenswert

Mary Bosanquet, Ein Mädchen reitet durch Kanada, Braunschweig 1955

Eine nicht uninteressante Geschichte einer jungen Britin, die es sich in den 1940er Jahren in den Kopf setzte, einfach mal quer durch Kanada zu reiten – was ihr auch gelang. Was sich allerdings abenteuerlicher anhört als es tatsächlich war, da sie meistens bei freundlichen Leuten unterkam. Irgendwie fesselt die Geschichte nicht bis zum Schluss, dafür schreibt Bosanquet einfach nicht gut genug.

Gesamturteil: lesenswert

Nelly Brandes-Boetticher, Als Zugvogel durch Amerika – Ohne Geld durch USA und Kanada, Leipzig 1936

Reisebeschreibungen von jungen Männern, die sich in Amerika durchschlagen, gibt es genug. Hier endlich mal das Buch einer Frau, die es ihnen gleich tut. Brandes-Boetticher, von Beruf eigentlich Diplomingenieurin, reist durch Amerika und hält sich dabei mit Gelegenheitsjobs (Zimmermädchen, Hausmädchen u.ä.) über Wasser. Das Ganze beschreibt sie locker und interessant.

Gesamturteil: sehr lesenswert

Ernst Stolper, Werkstudent im Wilden Westen, Leipzig 1933

Ein grandioses Buch. Wie viele andere Autoren bereist Stolper 1928 die USA, indem er seine Reisen durch Jobs aller Art finanziert. Stolper hat dabei die Gabe, ausgesprochen spannend wie detailreich zu schreiben. Kaum ein Buch zeigt so deutlich, wie das Leben in den USA in diesen Jahren war. Ein Buch, das ich nicht missen möchte.

Gesamturteil: sehr lesenswert

Georg Schönauer, Tramp und Farmer in USA – Fünf Jahre kreuz und quer durch die Staaten, Berlin 1938

Einmal mehr eines der Bücher, in denen sich der Autor mit diversen Jobs durch das USA der 20er/30er Jahre schlägt. Durchaus interessant erzählt. Aber ich habe den Eindruck, dass Schönauer an der ein oder anderen Stelle etwas nachhilft, um seine Erlebnisse spannender zu machen. Da gibt es so regelmäßig Faustkämpfe oder Auseinandersetzungen mit üblen Verbrechern, dass es doch verdammt auffällig wird. Hat da jemand zu viel Karl May gelesen?

Gesamturteil: bedingt lesenswert

Ernst v.d. Decken, Grosse Welt Kleine Welt Amerika, Leipzig 1940

Eine typische Reisebeschreibung ohne besondere Höhen und Tiefen.

Gesamturteil: lesenswert

Karl Ey, Mit 100 Mark nach USA, Berlin 1930

Wie der Name erahnen lässt, eine der für die 20er/30 er Jahre typische Reisebeschreibung, in der sich ein junger Deutscher durch die USA schlägt.
Leider gibt es ein kleines Problem: Obwohl Ey nach seinen detaillierten Schilderungen sicher in den USA war, sind Teile seiner Abenteuer so offenkundig konstruiert, dass man zwischen Wahrheit und Fiktion nicht mehr unterscheiden kann. Höhepunkt dieser Fantastereien ist seine Behauptung ,mehrere Jahre getarnt als vermeintlich weibliche Angestellte in New York gearbeitet zu haben. Wer`s glaubt..... Daher:

Gesamturteil: nicht lesenswert

 

C.F. Werner, Aus dem Reisebericht eines Amerikafahrers, Gaggenau 1935

Der Gaggenauer Industrielle C.F. Werner bereiste 1934 den Osten der USA. Keine besonders spannende Reisebeschreibung, aber immerhin bringt einige sehr detaillierte Beschreibungen verschiedener Orte und auch der Chicagoer Weltausstellung.

Gesamturteil: bedingt lesenswert

Burghard Breitner, Mormonen und Medizinmänner, Zürich 1930

Selten habe ich so einen Mist gelesen. Der österreichische Chirurg Breitner besuchte im Rahmen eines Kongresses verschiedene Bereiche der USA. Leider nervt er den Lesern viele Seiten lang mit öden Schilderungen des medizinischen Alltags in den USA. Seine restlichen Beschreibungen, z.B. über die bereisten Städte, sind so seltsam geschrieben, dass man kaum versteht, worum es eigentlich geht.

Gesamturteil: nicht lesenswert

 

Rudolf Hagelstange, Der schielende Löwe oder How do you like Amerika, Hamburg 1967

Der Lyriker Hagelstange durchreiste die USA in den 60er Jahren. Dummerweise ist er nicht in der Lage, auch nur annähernd interessant seine Erlebnisse zu schildern. Vieles ist so unglaublich prätentiös geschrieben, das man heulen möchte. Die Krone setzt diesem selten schlechten Werk die Gedichte auf, die Hagelstange in seine Prosa-Beschreibung einbaut, und die so unglaublich mies sind, dass sich einem die Fußnägel hochdrehen.
Kostprobe gefällig? Okay:
"Ich bin mit der streetcar "Desire" gefahren,
damals, vierundfünfzig, und dann noch oft.
Irgendwann, irgendwo, unverhofft
packte es mich in all den Jahren
seitdem, und mit einemmal fand
ich - hungerndes Herz, welkende Glieder -
mich neben Kowalski, dem Polen, wieder,
der Kaugummi kauend auf dem Trittbrett stand."

Gesamturteil: nicht lesenswert

Bettina Gaus, Auf der Suche nach Amerika, Frankfurt 2008

Um es kurz zu machen. Gaus liefert hier eine Reisebeschreibung ab, vor der man den Hut ziehen muss. Pointiert, treffend, unterhaltsam, lehrreich. Und vor allem ohne Voreingenommenheit. So etwas Gutes findet man selten.

Gesamturteil: besonders lesenswert

Margarete Lenk, Fünfzehn Jahre in Amerika, Zwickau 1911

Lenk schildert hier ihr Leben als Pfarrersfrau im letzten Viertel des 19 Jahrhunderts in und in der Nähe von St. Louis. Lenk, die später eine ausgesprochen erfolgreiche Kinderbuchautorin in Deutschland wurde, beschreibt sehr schön das Leben der deutschsprachigen Bevölkerung in diesen Gebieten der USA. Auch wenn dies natürlich nicht besonders „spannend“ ist, so gibt sie ein sehr gutes Bild der örtlichen Gegebenheiten. Für diejenigen, die sich für die deutsche Auswanderung in die USA und das typische Leben vor Ort interessieren, sicher sehr empfehlenswert. Für die anderen dürfte das Buch allerdings nicht so prickelnd sein.

Gesamturteil: bedingt lesenswert

William Least Heat Moon, Blue Highways, 1982

Ein absoluter Klassiker der amerikanischen Reiseliteratur, der bis heute viele Amerikaner inspiriert. Moon beschreibt seine mehrmonatige Reise Anfang der 80er Jahre über die kleinen Landstraßen der USA und seine Begegnungen mit den Menschen dort.

Gesamturteil: sehr lesenswert

Bill Bryson, Straßen der Erinnerung, 1989

Bill Bryson ist einer der wichtigsten Reiseschriftsteller der USA. Auch Bryson zog monatelang Mitte der 80er Jahre auf den kleinen Straßen durch die USA, immer auf der Suchen nach dem perfekten amerikanischen Städtchen. Er gibt nicht nur eine hervorragende Reisebeschreibung, sondern ist auch schlicht superwitzig. Ein Buch, das man in einem Rutsch einfach so durchliest.(Alle anderen Bücher von Bryson sind übrigens genauso gut.)

Gesamturteil: sehr lesenswert

Sven Hedin, Gran Canon, Leipzig 1927

Sven Hedin war einer der bedeutendsten Entdeckungsreisen und Reiseschriftsteller des 20. Jahrhunderts. Dabei bereiste er vornehmlich Asien. In diesem Buch geht es aber ausschließlich um den Grand Canyon (oder wie er eben früher genannt wurde. Gran Canon). Ich hatte zuerst erhebliche Zweifel, ob es gelingen würde, über eine einzige Sehenswürdigkeit ein ganzes Buch zu füllen, wurde aber eines Besseren belehrt. Hedin versteht es toll, über 200 Seiten über den Grand Canyon zu schreiben, ohne auch nur eine einzige Sekunde zu langweilen.

Gesamturteil: lesenswert

John Ross Brown, Abenteuer im Apachenland 1863-1865, Edition Erdmann 2004

Ein Nachdruck der Reiseberichte des amerikanischen Schriftstellers Brown, der 1863 bis 1865 das Kalifornien, Arizona und Nevada bereist. Auch wenn der Titel sehr reißerisch klingt, so schwingt viel Wahres darin mit. Denn zu dieser Zeit gelang es den Apachen noch einmal den Weißen im bis dahin ohnehin nur dünn besiedelten südlichen Arizona so richtig das Leben zur Hölle zu machen. Brown ist auf dieser Reise (das Buch geht insgesamt über drei Reisen) durchaus in Lebensgefahr. Sehr instruktiv und plastisch erzählt.

Gesamturteil: lesenswert

Louis Rokos, 20.000 km amerikanisches Leben, Wien 1938

Rokos reiste als Tourist einmal mit dem Auto rund um die die USA. Ein ausgesprochen gut geschriebener und interessanter Reisebericht. Sicher einer der besten seines Genres.

Gesamturteil: sehr lesenswert

Lorenz Stucki, Im Greyhound durch Amerika, Bern 1961

Klingt irgendwie nach großem Abenteuer, ist aber letztlich nur eine 08/15-Beschreibung der USA Ende der 50er Jahre. Nichts Weltbewegendes und zudem nicht mal besonders interessant erzählt.

Gesamturteil: bedingt lesenswert

Horst Knieper, Tausend Meilen und eine Oase, Stuttgart 1990

„Zwei auf USA-Reise im Sabbat-Jahr“ heißt der Untertitel des Buches und genauso liest es sich auch. Nämlich christlich. Der Autor ist Kirchenmitarbeiter und hat sich ein Jahr freigenommen, um die USA im Wohnmobil zu bereisen. Weder eine besonders neue Idee, noch besonders gut geschrieben. Zudem geht es viel um die unterschiedlichen christlichen Strömungen in den USA.

Gesamturteil: nicht lesenswert (bzw. bedingt lesenswert für die, die sich besonders für das Christentum in den USA interessieren)

Stephen Pern, Zu Fuß durch Nordamerika, München 1989

Zu Fuß wandert Pern die kontinentale Wasserscheide von New Mexiko nach Kanada. Nicht nur eine großartige Leistung, sondern auch ein sehr gut geschriebenes Buch. Wenn man es gelesen hat, will man gleich selbst losziehen.

Gesamturteil: sehr lesenswert

Jürgen Lodemann, Phantastisches Plastikland und Rollendes Familienhaus, Zürich 1977

Eine Reisebeschreibung aus den 70ern. Der Autor bereist mit seiner Familie 2,5 Monate lang in einem Wohnmobil den Westen der USA. Ärgerlich ist teilweise die Voreingenommenheit des Autors. So besuchte er z.B. nicht den Grand Canyon. Die erstaunliche Begründung: alle hätten ihm geraten, unbedingt dahin zu fahren, und gerade deswegen sei er dort nicht hingefahren. Ansonsten ein durchschnittlicher Reisebericht ohne Höhen und Tiefen.

Gesamturteil. bedingt lesenswert

Otto Moog, Drüben steht Amerika, Braunschweig 1927

„Gedanken nach einer Ingenieurreise durch die Vereinigten Staaten“, so der Untertitel. Entsprechend ist auch das Buch. Zwar gibt der Autor auch Schilderungen seiner Erlebnisse während seiner Reise, aber im Wesentlichen enthält das Buch eine Art technischer Beschreibung der USA. Und das ist nicht gerade besonders spannend.

Gesamturteil: bedingt lesenswert

Louis Schultheß, Jenseits und diesseits des Ozeans, Aarau 1926

Das Buch teilt sich in zwei grobe Bereiche: einmal eine Reisebeschreibung mit Stationen in Texas, Arizona und Kalifornien. Und dann noch einmal 30 Seiten über „politische Persönlichkeiten.“ Der erste Teil, die Reisebeschreibung, liest sich interessant, während der zweite Teil, die Beschreibung der „politischen Persönlichkeiten“ aus heutiger Sicht schlicht überflüssig ist, da die beschriebenen Personen kaum noch bekannt sind.

Gesamturteil: erster Teil: lesenswert; zweiter Teil; nicht lesenswert

Alfred Berg, Nordamerika – Land und Leute, Berlin 1930

Der Titel lässt es schon vermuten, es ist keine wirkliche Reisebeschreibung, sondern eine Beschreibung des Landes. Mit vielen Fakten und Zahlen – also schlicht laaaangweilig.

Gesamturteil: nicht lesenswert

Hans Spethmann, Auf fremden Pfaden in USA, Berlin 1934

Nach dem Titel rechnet man mit einer abenteuerlichen Reisebeschreibung. Stattdessen ist eine rein auf Fakten abstellende Beschreibung der USA. Langweilig.

Gesamturteil: nicht lesenswert

Heinrich Hauser, Feldwege nach Chicago, Berlin 1931

Der Autor bereist den Osten der USA mit dem Auto, was leichter klingt als es ist. Der Titel „Feldwege nach Chicago“ trifft nämlich die Straßenverhältnisse durchaus. Ein rundherum interessanter Reisebericht.

Gesamturteil: sehr lesenswert

Rudolf Hensel, Amerika, Hellerau 1929

Der Untertitel des Buches ist „Aus Tagebuchblättern von Rudolf Hensel, Direktor bei der Allianz und Stuttgarter Versicherungs-Aktien-Gesellschaft“. Also ein Versicherungsdirektor, der hier eine Studienreise unternimmt. Entsprechend ist es auch mehr eine technische Beschreibung der USA als eine Reisebeschreibung. Damit ist zwar nicht besonders spannend, aber noch durchaus lesbar-

Gesamturteil: lesenswert

David Thompson, Im Wilden Norden Amerikas 1784 - 1812, Edition Erdmann, 2005

Thompson tritt 1784 als 14-jähriger in die Dienste der Hudson-Bay-Company ein und bereist in ihrem Auftrag über Jahrzehnte Kanada von Ost nach West. Sehr gut zu lesen, Thompson beschreibt sehr gut die tatsächlichen Verhältnisse in dem damaligen Kanada (das damals noch weitgehend durch Weiße unerforscht war). Er bietet damit auch einen guten Einblick in die damalige Lebenswelt der Indianer.

Gesamturteil: sehr lesenswert